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Lichtbringer

Als weihnachtlicher Verkünder ist er in Kirchen schon lange bekannt. In die heimatlichen Stuben im Erzgebirge gelangte der Engel erst im 19. Jahrhundert als Begleiter des Lichterbergmannes, eines einfachen Hauers
mit grünem Schachthut, Hammer und Schlegel. Den Bergleuten dienten die aus hauchdünnem Messing geschlagenen Nürnberger Rauschgold-Engel als Vorbild. Aus der ursprünglichen Zackenkrone des Engels entwickelte sich eine schlicht gedrechselte Walze, die dem bergmännischen Schachthut ähnlich wurde. Noch heute gibt es in vielen erzgebirgischen Familien den Brauch, den Mädchen zu ihrer ersten Weihnacht einen Engel und den Jungen einen Bergmann zu schenken. Die schönsten Weihnachtsengel sind in Dresden wohl im Jägerhof zu finden.