13-heute

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„Das Inkarnat, wie es blüht!“

Die Farbe nackter Haut hatte es dem Maler Siegfried Klotz angetan. Mit einem Spachtel brachte er sie auf die Leinwand, im Atelier im Gebäude der Kunstakademie, der jetzigen Hochschule für Bildende Künste auf der Brühlschen Terasse. Hier stapelten sich weibliche Akte, Porträts, Atelieransichten in Dresdner Farbigkeit. Mit Begeisterung brachte Siegfried Klotz die Farbe auch seinen Studenten nahe. Bis zu seinem Tod im Jahre 2004 gehörte er fast zum Inventar der Hochschule, malte er nicht, war er in den umliegenden Cafés anzutreffen.
Auf die Brühlsche Terasse trug er die Staffelei oft auch mitten im Winter und malte dort seine schönsten Bilder von der verschneiten Elbestadt. Von diesem Punkt und vom flachen Dach des Akademiegebäudes aus hatten das neben vielen Dresdner Malern auch Oskar Kokoschka und Otto Dix getan.

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Das Auge von Dresden

Der Regiekameramann Ernst Hirsch jagt für sein riesiges Dresdner Filmarchiv jedem historischen Filmschnipsel hinterher und filmt seit 55 Jahren begeistert jeden Winkel von Dresden. Seine Sammlung historischer Filme über die Stadt Dresden gilt als eine der größten Privatsammlungen ihrer Art, das mit Filmen aus dem Jahr 1903 zudem die ältesten bekannten Filmaufnahmen Dresdens enthält. Sie wurden 1996 in Südtirol in einem Bauernhaus entdeckt und umfassen 33 Filmdosen der Dresdner Firma Heinrich Ernemann. Die Aufnahmen zeigen eine Fahrt über die Augustusbrücke samt Straßenbahn und Fußgänger.  Aus dem Fundus seines Filmarchivs entstanden verschiedene Kompilationsfilme, darunter Dresden in den 20er Jahren, Dresden in alten Filmen und Einst & jetzt – Unterwegs mit der Straßenbahn.